Parkinson macht Bewegungen kleiner, langsamer und schwerer durchzuhalten — auch in den Händen. Üben, das auf einem Prinzip aufbaut — groß denken —, hat echte Evidenz hinter sich.
Parkinson verringert die Amplitude der Bewegung: Handlungen werden kleiner als beabsichtigt, und wiederholte Bewegungen — wie eine Zeile schreiben, tippen oder Knöpfe schließen — schrumpfen und verlangsamen sich tendenziell im Verlauf. Deshalb wird die Handschrift über die Seite hinweg kleiner (Mikrographie), deshalb ermüden filigrane Aufgaben schnell, und deshalb liegt das Problem in der Kalibrierung der Bewegungsgröße durch das Gehirn, nicht in einer Schwäche der Hand.
Weil das zugrunde liegende Problem eine zu klein skalierte Bewegung ist, ist Training, das die Bewegungsgröße bewusst übertreibt, zu einem Grundpfeiler der Parkinson-Therapie geworden — es ist das Prinzip hinter den amplitudenbasierten Programmen, die Physiotherapeutinnen und Ergotherapeutinnen weltweit einsetzen (Farley & Koshland, 2005, zeigten, dass ein auf große Amplitude ausgerichtetes Training Geschwindigkeit und Größe der Bewegung bei Menschen mit Parkinson verbesserte). Speziell für die Handschrift fand eine Oxford-Studie (Oliveira und Kollegen, 1997), dass äußere Hinweise — sichtbare Ziele, die zeigen, wie groß zu schreiben ist, oder schlicht die Erinnerung, „groß zu schreiben“ — die Schriftgröße wieder in Richtung normal brachten, solange die Hinweise vorhanden waren. Hinweise wirken; die Herausforderung ist das Dranbleiben, denn der Nutzen verblasst, wenn die Hinweise aufhören. Das ist ein Argument dafür, Hinweise in regelmäßiges Üben einzubauen — nicht dafür, einmal zu üben.
Besprechen Sie jede Routine zuerst mit Ihrem Parkinson-Team oder einer Ergotherapeutin — und wenn Ihre Medikation klare „On“-Phasen hat, gelingt das Üben währenddessen meist besser (auch das lohnt sich, mit Ihrem Team anzusprechen). Allgemeine Techniken aus der Therapie sind: vor der Feinarbeit mit großen Armkreisen und großen Strichen auf Papier aufwärmen; zwischen weit auseinanderliegenden Linien schreiben und sie bewusst füllen; Fingertippen und klavierartiges Heben der Finger, bewusst groß und vollständig ausgeführt, jeweils ein paar Minuten; alltägliches Geschicklichkeitsüben (Münzen, Knöpfe, Wäscheklammern) in Ruhe; und kurze, häufige Einheiten — wenig und oft schlägt gelegentliche Marathons. Heimprogramme für Geschicklichkeitstraining genau dieser Art haben in Studien eine verbesserte Feinmotorik gezeigt (Vanbellingen und Kollegen).
Üben hilft Ihnen, die vorhandene Bewegung zu nutzen, und kann die Alltagsfunktion verbessern; es verlangsamt oder verändert nicht die zugrunde liegende Erkrankung. Forschung zu intensivem Handschrifttraining bei Parkinson (Nackaerts und Kollegen, 2018) zeigt zudem Zielkonflikte — mehr Größe kann Geschwindigkeit oder Flüssigkeit kosten —, ein weiterer Grund, warum der Blick einer Therapeutin auf Ihre Technik wertvoll ist.
Die Groß-Schreib-Übung von ReWrite nutzt genau die oben beschriebenen Größen-Hinweise, und die App führt eine Aufzeichnung, sodass Sie die Schrift dieses Monats mit Ihrer ersten Woche vergleichen können — in 20 Sprachen, vollständig offline. Ein Wellness-Werkzeug zur Übungsunterstützung, keine Behandlung. Kostenlose Demo, ohne Konto.
ReWrite ansehen →Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung, und stellt keine Diagnose und keine Behandlung dar. Folgen Sie stets den Empfehlungen Ihres eigenen Reha-Teams. Stroke Sight und ReWrite sind unterstützende Wellness-Werkzeuge, keine Medizinprodukte.